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jan hendrik niemeyer - seit 1992 -

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Leonardos Abendmahl

in all seinen Facetten

Giuseppe Bossis monumentale Prachtedition

Leonardo – Bossi, Giuseppe. Del Cenacolo di Leonardo da Vinci. Libri quattro. Mailand, Stamperia Reale, 1810. Gr.-Fol. (47 x 32 cm). 263, (1) SS. Mit

Frontispiz + 6  Kupfertafeln ,

davon  3  in  Braun  gedruckt ,

nach Zeichnungen Leonardos. Dklbr. HLdr.-Bd. d. Zt. auf 5 erhabenen Bünden m. Goldfileten, Ldrecken. m. Blindfilete sowie braun marmor. Deckelbezügen. Unbeschnitten.

Thieme-Becker IV, 406; Brunet I, 1129; Graesse I, 501; Cicognara 3373; Verga 298 („Un monumento mirabile di erudizione e di critica“). – In Italienisch. – Gedruckt auf festem Vélin, vereinzelt mit Wasserzeichen GFA. – Fliegende Vorsätze und Vortitel mit leichten Knickspuren und in der rechten unteren Ecke (vorne) bzw. linkem Außenrand (hinten) wenig angeschmutzt.

Erste  und  einzige  Ausgabe

Giuseppe Bossi, Del Cenacolo di Leonardo da Vinci

der  grundlegenden  monumentalen  Monographie

zu  Leonardos  Abendmahl-Fresko

im Refektorium von Santa Maria della Grazie in Mailand. Geschaffen 1495-97 in einem Öl-Tempera-Gemisch auf dem trockenen Putz – und solchermaßen kein eigentliches Fresko im strengen Sinn – , wies das Bild schon bald Schäden auf, und keine 60 Jahre nach Vollendung beschrieb Vasari es als ein „Durcheinander von Flecken“. Nach ersten Restaurierungsversuchen im 18. Jahrhundert wurde es von französischen Besatzungstruppen der Revolutions- und napoleonischen Zeit, die das Refektorium als Exerzierhalle benutzten, weiter beschädigt. In einer zwischen 1978 und 1999 erfolgten umfangreichen Restauration wurde die Malerei entsprechend derzeitigem wissenschaftlichen Stand wiederhergestellt und stabilisiert:

„ Vor Leonardos Fresko war diese Erzählung (des Abendmahls) niemals mit solcher Klarheit, mit solchem Bemühen um die Einheit von Zeit, Raum und Handlung wiedergegeben worden, und dazu mit solchem Augenmerk auf die präzise Darstellung eben des Augenblicks, in dem es zur Entlarvung des Verräters kommen soll. Auch die Individualität der Apostel – zumindest einiger unter ihnen – war nie zuvor so exakt geschildert oder ihr Verhalten so systematisch in Übereinstimmung mit der psychologischen und der biblischen Wahrheit charakterisiert worden … Und nie zuvor hatte eine so strenge und komplexe geometrische Ordnung ein Gemälde bestimmt: das umfassende perspektivische System, die Symmetrie, die strenge Anordnung der Figuren in Dreiergruppen, die geometrischen Formen aller Teile und Einzelheiten des Gemäldes … “

(Jack Wassermann, Leonardo da Vinci, 1990, S. 15).

Als  Quintessenz  seiner  Arbeiten

für  die  von  Eugène  Beauharnais  beauftragte  originalgroße  Kopie

jeden  nur  bekannten  Aspekt  des  Monumentalbildes  dokumentierend ,

brachte  Bossis  ebenso  prächtige  wie  wissenschaftlich  fundierte  Publikation

das Abendmahl zurück ins Bewußtsein der Bildungsreisenden – nicht zuletzt Goethe, der, wie auch Stendhal, ein von ihm annotiertes Exemplar anstehender Monographie besaß – , für die fortan ein Besuch in Mailand zur Pflicht gehörte:

„ Von Vizekönig Eugène Beauharnais beauftragt mit einer Kopie von Leonardos Abendmahl in S. Marie delle Grazie; 1807 Karton, bis 1809 farbige Kopie (zerst.; ehem. Mailand, Mus. del Castello Sforzesco; Karton als Vorlage für maßstabsgleiches Mosaik, ausgef. 1810-17 von Giacomo Raffaelli, 1818 in die Wiener Minoritenkirche übertragen). Karl August von Weimar erwarb 1817 die vorbereitenden Durch-Zchngn aus B.s Nachlaß (Weimar, Kunst-Slgn), die Goethe im Atelier von Ferdinand Jagemann sah “

(Susanna Zatti und Andreas Stolzenburg in AKL XIII [1996], S. 218).

Leonardo da Vinci, Kopf nach rechtsLeonardo da Vinci, Kopf nach links
Leonardo da Vinci, Kopf eines älteren Mannes nach rechts bzw. links (in Braun)

Einleitung und kurze Lebensbeschreibung Leonardos gefolgt von 60seitiger chronologischer Darstellung der Erwähnung des Abendmahls in der Literatur von Luca Paciolo (1498) bis Luigi Lanzi (1809). Im zweiten Buch (Teil) Beschreibung des Freskos insgesamt sowie im Detail von Christus und den zwölf Jüngern, der Lokalität und der Schäden (51 SS.). Das dritte Buch die zahlreichen Kopien bis hin zu graphischen Wiedergaben und Imitationen (42 SS.) vorstellend, gefolgt von ausführlicher Behandlung der für Beauharnais angefertigten Kopie (21 SS.). Abgerundet im vierten Buch schließlich von Betrachtung von Leonardos Arbeitsweise und Vorarbeiten sowohl technischer als auch historischer Art (53 SS.) sowie Anmerkungen + Inhalt (22 SS.).

Die von Giuseppe Benaglia (Monza um 1766 oder 1796 – Mailand um 1830/35), Giuseppe Longhi (Monza 1766 – Mailand 1831) und Francesco Rosaspina (Monte Scùdolo, Rimini, 1762 – Bologna 1841) in Kupfer gearbeiteten Tafeln wiedergebend

den  eher  selbstbildnerisch  hochinteressanten  Kopf  Christi

Leonardo da Vinci, Cristo

mit  angedeuteter  Dornenkrone  und  Fremdhand  im  Rückhaar

nach einer Zeichnung Leonardos — Kopf eines jungen Mannes in reichem Haar, in Roulettetechnik und Braundruck nach einer Cesare da Sesto (Sesto Calende? 1477 – Mailand 1523) zugeschriebenen Rötelzeichnung — Kopf eines älteren Mannes nach rechts bzw. links (in Braun) nach heute in Venedig befindlichen Zeichnungen Leonardos (ein weiteres Blatt desselben Kopfes, wiederum nach links, auf blauem Papier innerhalb der Anatomischen Studien in Windsor) — Homo Vitruvianus, heute gleichfalls Venedig — eine reizvolle Gruppe mit Hl. Anna, Jungfrau mit Kind sowie Lamm.

Als Frontispiz schließlich – in Roulettetechnik und rötlichbraun gedruckt – seitenfüllend (40,3 x 27,5 cm)

Leonardos  großartiges  Altersbildnis

Leonardo da Vinci

als  einzigem  bekannten  Selbstbildnis :

„ Und ein kostbares Dokument seiner Gesichtszüge ist in dem berühmten Rötel-Selbstbildnis in Turin erhalten: aristotelisch in seiner Würde und seiner intensiven Geistigkeit “

(Jack Wassermann, a. a. O., S. 28).

In jüngerer Zeit von einigen angezweifelt und gar als Fälschung Bossis hingestellt, übersehen die Kritiker zumindest, daß die Zeichnung hinsichtlich der als für den 67jährig verstorbenen Leonardo zu alt kritisierten Gesichtszüge ihre Ensprechung hat im eben von Leonardo verkörperten Platon in Raffaels um 1510 – also sichtlich noch zu Leonardos Lebenszeit (1452-1519) – geschaffenem Fresko der Schule von Athen. Vorliegendes Kupfer von Benaglio nicht unmittelbar nach dem Original, sondern einer Kopie des als „vortrefflicher Zeichner“ (AKL II [1992], S. 111) geltenden Raffaele Albertolli (Bedano 1770 – Mailand 1812) gearbeitet.

Leonardo da Vinci, Hl. Anna, Jungfrau mit Kind sowie Lamm
Leonardo da Vinci, Hl. Anna, Jungfrau mit Kind sowie Lamm

BOSSI (1777-1815), Schüler von u. a. Martin Knoller und Andrea Apiani an der Mailänder Akademie, errang 1801 nach Rückkehr von weiteren Studien in Rom einen Akademiepreis.

„ Als gewandter Literat wurde er zum Nachfolger des Abate C. Bianconi im Sekretariat der Brera-Akad. ernannt. Sein Hauptverdienst erwarb er sich durch die Gründung der Brera-Galerie, deren erste vier Säle 1806 eröffnet wurden, und des Museo Archeologico in Mailand. In seinem eigenen Hause eröffnete B., nachdem er eine kostbare Sammlung von Handzeichnungen alter Meister wie auch eine reiche Bibliothek daselbst zusammen gebracht hatte, eine Privatschule für Malerei. B. war mit einer ungewöhnlichen Kenntnis d. Handzeichn. alter Meister ausgestattet und ist noch heute als Entdecker des ‚Venezianischen Skizzenbuches‘ unvergessen. Als literarische Frucht seiner Sonderstudien zur Anfertigung einer von Eugène Beauharnais ihm 1807 in Auftrag gegebenen Kopie von Leonardos Abendmahlsfresko entstand sein 1810 in Mailand gedrucktes Werk ‚Del Cenacolo di Leonardo da Vinci‘ “

(E. Verga in Thieme-Becker IV [1910], S. 406).

Gefeiert von der aktuellen Literatur noch zwei Jahrhunderte nach seinem Erscheinen:

„ Bossi’s monumental Del Cenacolo di Leonardo Da Vinci libri quattro, printed in 1810,

contains  precious  observations  on  Leonardo

and  on  the  copies  that  Bossi  examined “

(Pietro C. Marani, Leonardo: The Last Supper [2001], S. 27).

Hier  denn  vorliegend  in  dreiseits  unbeschnittenem ,

herrlich  breitrandigem , praktisch  blütenweißem  Exemplar

in  zeitgenössischem  dunkelbraunen  Halbleder-Band :

Giuseppe Bossi, Del Cenacolo di Leonardo da Vinci

Giuseppe  Bossis  monumentale  Abendmahl-Monographie

zu  Leonardos  monumentalem  Abendmahl-Fresko .

Angebots-Nr. 29.001 / EUR  2300. / export price EUR  2185. (c. US$ 2641.) + Versand